Sommerfest 2026 – Psychosoziale Beratungsstelle Granatengasse
Das jährliche Sommerfest der Psychosozialen Beratungsstelle Granatengasse der GFSG fand am 29. Juli 2026 im GFSG-Garten in der Schörgelgasse statt.
Es nahmen insgesamt 51 Klient:innen am Fest teil und auch einige Kooperationspartner:innen, Kolleg:innen aus der GF und PSD-Leitung sowie ehemalige Mitarbeiter:innen folgten der Einladung.
Die Klient:innengruppe umfasste unterschiedliche Zielgruppen der Beratungsstelle. Vertreten waren sowohl Personen mit verschiedenen psychosozialen Anliegen, die Beratung, Begleitung und Unterstützung zur Stabilisierung suchen, als auch Klient:innen mit chronischen Erkrankungen.
Das Sommerfest bot einen Rahmen, in dem Menschen mit unterschiedlichen gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Hintergründen am gemeinsamen Geschehen teilhaben konnten. Die Diversität der Besucher:innen spiegelte sich in ihren unterschiedlichen Lebensgeschichten, Altersgruppen und Erfahrungen wider und wurde als bereichernder Bestandteil des gemeinsamen Miteinanders erlebt. Besonders erfreulich war, dass auch Personen mit Mobilitätseinschränkungen trotz der damit verbundenen Herausforderungen und den sommerlich heißen Temperaturen den Weg zum Fest fanden. Dadurch wurde erlebbar, wie Inklusion in einem wertschätzenden Rahmen gelingen kann.
Für das leibliche Wohl war mit frischem Obst, belegten Brötchen, Kuchen sowie Kaffee und Tee bestens gesorgt. Die entspannte Atmosphäre lud zu Gesprächen, Begegnungen und gemeinsamen Verweilen ein. Die liebevoll und farbenfroh dekorierten Tische wurden von den Gästen sehr positiv aufgenommen und trugen zu einem einladenden Ambiente bei. Besonders berührend war die Rückmeldung einer
Klientin mit depressiver Symptomatik, die äußerte, dass schon seit langer Zeit niemand mehr einen Tisch so schön für sie dekoriert habe. Diese Aussage verdeutlicht, wie bedeutsam scheinbar kleine Gesten der Wertschätzung und Fürsorge für Menschen sein können, die sich im Alltag häufig mit mangelnder sozialer Anerkennung konfrontiert sehen.
Auch der Aspekt der Partizipation zeigte sich in vielfältiger Weise. Die Klient:innen konnten den Nachmittag in dem weitläufigen Gartenareal entsprechend ihren persönlichen Interessen, Bedürfnissen und Fähigkeiten aktiv mitgestalten. Ob beim Musizieren, Tischtennisspielen, beim finnischen Geschicklichkeitsspiel Mölky, in Gesprächen oder bei den abschließenden Aufräum-arbeiten – die Teilnehmenden brachten sich auf unterschiedliche Weise in die Gemeinschaft ein. Dadurch wurden Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht und vorhandene Ressourcen sichtbar gemacht.
Es war erfreulich zu beobachten, dass auch jene Klient:innen am Fest teilnahmen, die sich üblicherweise nur schwer auf Gruppenangebote einlassen oder sich im Alltag eher zurückziehen. Einige Klient:innen nahmen eine eher beobachtende Rolle ein, waren jedoch dennoch präsent und in das Gemeinschaftserleben eingebunden. Dies unterstreicht die Bedeutung von Beziehungskontinuität, da über längere Zeit gewachsene und vertrauensvolle Beziehungen zu Mitarbeiter:innen und anderen Klient:innen der Beratungsstelle soziale Beteiligung ermöglichen.
Vor dem Hintergrund zunehmender sozialer Isolation und Einsamkeit kommt solchen gemeinschaftsstiftenden Veranstaltungen eine besondere Bedeutung zu. Für viele Teilnehmer:innen stellt dies eine seltene Gelegenheit dar, Zugehörigkeit und soziale Verbundenheit zu erleben und Begegnungen auf Augenhöhe zu erfahren. Darüber hinaus bieten solche Veranstaltungen einen wichtigen Raum, in dem deutlich wird, dass man mit den eigenen Herausforderungen und Problemen nicht allein ist („Universalität des Leidens“). Das Sommerfest verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig niederschwellige Begegnungsräume sind, um soziale Kontakte zu fördern, soziale Teilhabe zu ermöglichen und die psychische Stabilisierung der Klient:innen nachhaltig zu unterstützen.
Text: Sandra Buchgraber | Photo credits: Katrin Klug
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